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Die Belt&Road Initiative gleicht einem Puzzle, bei dem man nicht weiß, ob und wie die zahllosen Teile zusammenpassen

  • Newsletter April 2022
    INHALT: Blog posts: Ukraine-Russland: Wer nicht mit uns ist, …. // Nachrichten: Greenwashing der Militärregierung in Myanmar / Go-Spiel im Pazifik / China Pakistan Economic Corridor wieder Chefsache // Countermovements: Myanmar: Bergbau / Griechenland: Piräus / Pakistan: Kohlekraftwerk // Lesehinweise: The complex relationship between China and India in light of Russia’s war in Ukraine/ The Specter of Global China revisited.
  • Ukraine-Russland: Wer nicht mit uns ist, …
    Für ihre Antwort auf den Krieg gegen die Ukraine sucht die westliche Staatengemeinschaft weltweit Verbündete. Doch nach der unerwartet breiten Unterstützung in den Vereinten Nationen für die Verurteilung Russlands verhalten sich viele Länder des Globalen Südens seither eher neutral, weil die Eskalation des Konflikts ihren eigenen Interessen widerspricht. Stattdessen zeichnet sich eine neue Allianz ab, von der vor allem China profitieren könnte.
  • Newsletter März 2022
    INHALT: Blog Posts: Gastbeitrag: Europe’s Global Gateway / Russland-Ukraine: Kann China Mediation? / Partner-Karussell in Südasien // News: Rückzug aus russischem Gas – und China? / Überraschungsgast aus Beijing in Delhi / Bewegungen: Kampagne gegen Erdöl aus Ostafrika / Bananen für China aus Kambodscha // Literaturhinweise: Russo-Ukrainian War and China’s Choice Blog Posts Guest Post:„Newsletter März 2022“ weiterlesen
  • Partner-Karussell in Südasien
    In der letzten Märzwoche war Chinas Außenminister Wang Yi auf Blitztour in Südasien, wo sich die Beziehungen mehrerer Länder der Region zu Beijing und damit die geopolitischen Konstellationen vorsichtig zu verschieben scheinen. Nach einem Besuch in Pakistan, wo gerade eine schwere Regierungskrise auch die Zukunft eines Belt&Road-Flaggschiffs, des China Pakistan Economic Corridor CPEC, verdüstert, und einer Stippvisite in Kabul, die bereits als erster Schritt zur Anerkennung der Taliban-Regierung gedeutet wurde, machte er nach einem Aufsehen erregenden Zwischenstopp in Indien Station in Nepal.
  • Russland-Ukraine: Kann China Mediation?
    Die globale  Geopolitik, vor allem der Konflikt zwischen China und den USA, spielt für die Zukunft des Krieges gegen die Ukraine eine zentrale Rolle: Für viele Beobachter könnte Beijing eine Schlüsselrolle bei einer Verhandlungslösung spielen. Der Versuch der Quadratur des Kreises, sich von Putins Krieg zu distanzieren, Russland aber nicht untergehen lassen, könnte dabei helfen. Eine weitere Verschärfung der Konfrontation mit den USA in Asien würde dem allerdings entgegen stehen.
  • Newsletter Februar 2022
    INHALT: Posts: Going out responsibly / Empire building with DCS? / China imperial? / Ukraine: Wenn Russland und China zusamm’ marschier’n … // News: Green BRI with Nuclear Power / Nepal: Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann / / NEU: Proteste gegen Belt&Road: Hun Sens Großflughafen in Kambodscha / Konflikte in Perus Kupferbergbau // Besprechungen: A New Development Paradigm in the Making?
  • Ukraine: Wenn Russland und China zusamm‘ marschier’n ….
    Bereits im vergangenen Jahrhundert beschrieb der Chansonier und Kabarettist Georg Kreisler in einem seiner schwarzhumorigen Lieder die gegenwärtige Stimmungslage in Europa: „Wenn Russland und China zusamm’ marschier’n, kann Österreich kapitulier’n“. Die Konstellation ist in der Tat der Albtraum aller Apokalyptiker: Die beiden neuen Reiche des Bösen, Russland und China, stehen in der Ukraine-Frage anscheinend Seit’ an Seit’, in „grenzenloser Freundschaft“.
  • China imperial?
    Im Westen gilt China derzeit als Zugpferd der weltwirtschaftlichen Erholung nach der Coronakrise. Doch kann es diese Rolle auch weiterhin ausfüllen – oder steht „die Zukunft einer Globalisierung mit China auf dem Spiel“, wie die dortige Europäische Handelskammer meint? Hintergrund dieser bangen Frage ist ein wirtschaftspolitischer Strategiewechsel in Peking: Bereits im Mai 2020 kündigte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ein „neues Wirtschaftsmodell“ an.
  • Newsletter Januar 2022
    INHALT: Posts: Machtkämpfe in Kasachstan: Austreten der Lunte / Putsch in Myanmar 1: Chinesische Zwickmühlen / Die „Digitale Seidenstraße“ in Zentralasien (Gastbeitrag) News: Chinas Außenminister als Feuerwehrmann / Putsch in Myanmar 2: Ausländische Investoren // Besprechungen: ‚Less brown’: Two reports on Green BRI Investment.
  • Myanmar: Chinesische Zwickmühlen
    Ein Jahr nach dem Putsch in Myanmar wächst die Brutalität des Militärregimes, aber auch der bewaffnete Widerstand. Und auch die zivilen Proteste dauern nach wie vor an. Für Beijing wird die Situation immer ungemütlicher: Kommentare und Einschätzungen zum Jahrestag zeigen, dass der Gordische Knoten eher noch verworrener geworden ist.
  • Die „Digitale Seidenstraße“ in Zentralasien
    2015 wurde von der Volksrepublik China die «Digitale Seidenstraße» (Digital Silk Road, DSR) ins Leben gerufen. Die Größenordnung der Investitionen zeugt von einem enormen Interesse Beijings an der Entwicklung dieses Vorhabens: Laut Angaben des Internationalen Instituts für strategische Studien (IISS) ist China bereits mit ca. 79 Milliarden US-Dollar an DSR-Projekten in etwa 80 Ländern weltweit beteiligt.
  • Kasachstan: Austreten der Lunte
    Die Geschehnisse in Kasachstan dieser Tage sind ziemlich undurchschaubar: Unzufriedenheit in der Bevölkerung und/oder Auftakt zu einer ‚Farbrevolution’ und/oder „ausländische Terroristen“ und/oder interner Putsch und/oder ….? Eines allerdings wird deutlich: Nach Myanmar, Kirgistan und anderen Ländern zeigen sie einmal mehr, wie vulnerabel China ist. Und die fossile Wirtschaft spielt dabei eine Schlüsselrolle: Erdöl und Erdgas bleiben auch weiterhin explosiv.
  • Newsletter Dezember 2021
    CONTENTS: Posts: ‚Dual Circulation Strategy‘: Chinas „neues Entwicklungsmodell“ / ChinAfrika-Forum auf Sparflamme // News: Europas Antwort auf Belt&Road: ‚Global Gateway‘ / 20 Jahre China in der Welthandelsorganisation WTO / Schuldendebatte: Highway to Disinformation? / Upate: Fregatte ‚Bayern‘ im Indo-Pazifik zeigt Beijing, wo der Hammer hängt // Besprechungen: Changes in Beijing’s economic involvement: Adaptation and Agency
  • ChinAfrica-Forum auf Sparflamme
    Wenn das ‚8th Forum on China Africa Cooperation‘ Ende November ein Indikator für die verschärfte Konkurrenz zwischen den USA, Europa und China um Afrika gewesen sein sollte, dann hat sich Beijing ziemlich zurückgehalten. Die geringe mediale Aufmerksamkeit, die dem lediglich auf Ministerebene angesetzten Treffen zuteil wurde, erweckt den Eindruck, als wollten die meisten Beobachter rasch und gnädig den Mantel des Schweigens über FOCAC8 und seine Ergebnisse breiten.
  • Ein „neues Entwicklungsmodell“
    Mit der ‚Dual Circulation Strategy’ (DCS) hat die Regierung in Beijing mal wieder einen Stein ins Wasser geworfen, um zu testen, welche Kreise die Ankündigung zieht. Allerdings ist es nach einigen wegen kritischen Artikeln in der internationalen Diskussion überraschend still geblieben. Dabei könnten die Überlegungen weitreichende Auswirkungen auf die weitere Globalisierung und Chinas führende Rolle darin haben.
  • Newsletter November 2021
    INHALT: Posts: Beijing meldet Außenhandelsboom / Konflikte um das Südchinesische Meer // News: Courting the Bride Africa / Under Observation by the Regional Rival / Kämpfe entlang der Seidenstraßen / Webinar: China and the World // Besprechungen: Patrick Bond: Chinas Rolle in Afrikas Entwicklung / Zeitschrift Wissenschaft und Frieden: Chinas Welt? – Konflikte und Kooperation.
  • ‚Mare nostrum‘ in Südostasien
    Auch wenn Chinas Ansprüche auf große Teile der südostasiatischen Gewässer historisch und rechtlich auf wackligen Füßen stehen verschärft die US-amerikanische Politik die nationalistische Haltung Beijings und trägt dazu bei, die Konfrontation und die Militarisierung hochzuschaukeln. Insbesondere die kleineren Länder, die stets versucht haben, die Region aus Großmachtkonflikten herauszuhalten, werden gezwungen, sich für eine Seite zu entscheiden. Damit wird ein Forum für eine regionale Beilegung der Konflikte geschwächt.
  • Beijing meldet Außenhandelsboom
    Chinas offizielle Stellen melden steigende Zahlen im Außenhandel, trotz anhaltender Corona-Pandemie. Dabei zeichnet sich eine weitere Verschiebung hin zu den Belt&Road-Ländern ab, ein Trend, der dem Narrativ der im Sommer verkündeten ‚Dual Circulation Strategy‘ in die Hände spielt. Dieses „neue Entwicklungsmodell“ zielt zum einen darauf ab, die Binnenwirtschaft weiter zu stärken, die ‚externe Zirkulation’ bezeichnet die weitere Integration in die wirtschaftliche Globalisierung durch Außenhandel und Auslandsinvestitionen.
  • Newsletter Oktober 2021
    Inhalt: Posts: Coal Phase-out ‘par ordre de mufti’ / Kohleausstieg top down // News: ASEANs neue Schlüsselrolle / China und Europa: Kooperation in Afrika / EU-Konnektivitäts-Initiative „Global Gateway“ / Update: Kompensation für einen angekündigten Kohleausstieg // Readings: Wie ‚multilateral’ ist die AIIB? / Globale Perspektiven von Chinas Belt and Road Initiative.
  • Kohleausstieg ‚par ordre de mufti‘
    Präsident Xi Jinpings Ankündigung bei der UN-Generalversammlung im September, dass China zukünftig im Ausland keine neuen Kohlekraftwerke mehr bauen wird, hat der internationalen Klimagemeinde neue Hoffnungen auf einen beschleunigten Abbau der CO2-Emissionen weltweit gegeben, ähnlich wie die Fata Morgana einer Oase den dürstenden Wanderern in der Sahara. Für eine echte Energiewende in der Ländern des Globalen Südens ist das allerdings nur ein – wenn auch wichtiges – Puzzleteil.
  • Newsletter September 2021
    INHALT: Posts: Xi Jinping: „No new coal power abroad“ (Gastbeitrag von Tom Baxter) / Newsletter August 2021 // News: Myanmar: Annäherung an das Militärregime // Besprechungen: Schuldendebatte: Digging into a ‚Black Hole‘.                                            
  • Newsletter August 2021
    Blog post: Arbeitskämpfe als Risiko; Nachrichten: Mehr „grün“ für Belt & Road; Pekings Menschenrechts-Offensive; Hinweis: Auslandsinvestitionen und Menschenrechte; Ablehnung von BRI gefährdet Nachhaltigkeit.
  • Risiko Arbeitskämpfe
    „Wer baute das siebentorige Theben?“ lässt Bertold Brecht einen lesenden Arbeiter fragen, „in den Büchern stehen die Namen von Königen.“ Bei den Seidenstraßen werden immerhin chinesische Arbeiter erwähnt, allerdings zumeist mit dem Zusatz, sie würden Einheimischen die Arbeitsplätze streitig machen. Arbeitsbedingungen und Gewerkschaftsrechte spielen in der Debatte über chinesische Projekte und Unternehmen dagegen kaum eine Rolle. Doch hier gibt es Risiken, die das Projekt BRI gefährden können.
  • Newsletter Juli 2021
    INHALT: Posts: Pekings Optionen in Afghanistan: ‚From free rider to train driver?‘ / Gastbeitrag von Ying Wang über chinesische NGOs ‚Going global’ // Hinweis: The People’s Map of Global China / Hinweis: Kämpfe entlang der Neuen Seidenstraßen // Nachrichten: Wer finanziert Kohlekraftwerke? // Besprechungen: The Impact of the Belt and Road Initiative on Conflict States.
  • Vom Trittbrettfahrer zum Lokführer?
    Der Truppenabzug der USA, die Eskalation der Gewalt und die Aussicht auf eine Herrschaft der Taliban haben hektische diplomatischen Aktivitäten der Nachbarländer ausgelöst. Darunter sind regionale Schwergewichte wie Indien, Pakistan und Iran, Russland und China. Angeheizt werden ebenso viele Spekulationen, wie sich die neue, noch unklare Situation entwickeln könnte. Denn durch den Rückzug wird das Land zum Epizentrum für regionale Machtkämpfe.
  • China wird grün – aber wie?
    Könnte China ein grünes Vorzeigemodell sein? Die Stimmen, die China als Vorbild für die Lösung ökologischer Krisen, allen voran der Klimakrise, hochhalten, mehren sich. Zudem beansprucht die Regierung, mit dem Konzept der ‚ökologischen Zivilisation’ Vorreiter für eine neue Ära zu sein. Zugleich scheint Pekings „autoritäre Umweltpolitik“ erfolgreicher als demokratische Verhältnisse.
  • Newsletter Juni 2021
    Inhalt: Blog post zu ‚Build Back Better World‘ (B3W), die beim G7-Gipfel angekündigte US-Kopie der BRI; EU rettet Montenegro aus „Schuldenfalle“; Aufruf zum Boykott von Myanmars Jade-Industrie; Chinese Investitionen in Europa in 2020; Chinas technologischer Einfluss in Südostasien durch die Digitale Seidenstraße; Ökologischer Autoritarismus: Besprechung des Buches ‚China Goes Green‘ von Yifei Li und Judith Shapiro.
  • B3W: Seidenstraßen Made in USA
    Die Bezeichnung für die beim G7-Gipfel von US-Präsident Biden vollmundig angekündigte multilaterale Kopie von Chinas Neuen Seidenstraßen ist grauslich: ‚Build Back Better World‘ oder B3W. Die „Infrastruktur-Partnerschaft“, die sich durch „Werteorientierung, hohe Standards und Transparenz“ auszeichnet, soll den als unsittlich betrachteten Angeboten Chinas Konkurrenz machen. Bislang handelt es sich dabei allerdings um ein blutleeres PR-Produkt.
  • Newsletter Mai 2021
    Inhalt: Blog posts zu Europas geopolitischer Geisterfahrt im Indo-Pazifik und zu „Schuldendiplomatie“ als wiederkehrender Topos in der Debatte über Chinas wirtschaftliche und politische Expansion; Buchhinweis: ‚Chinas neuer Imperialismus’ oder ‚wie ein sozialistisches Land den Kapitalismus rettet’; Besprechungen von Jonathan Hillmans Buch ‚The Emperor’s New Road‘ und einer Studie über soziale Risiken für eine nachhaltige Entwicklung durch BRI.
  • Meine Schuldner, deine Schuldner
    Der Vorwurf einer chinesischen „Schulden-Diplomatie“ ist simpel gestrickt: Die Kreditvergabe durch staatliche Banken sei intransparent, würde die Korruption fördern und diene vor allem chinesischen Konzernen. Unweigerlich, so die Unterstellung, führe sie in die Schuldenfalle und zu politischer Erpressung. Es entsteht der Eindruck, als sei Pekings Politik weitaus rücksichtsloser als die Praxis internationaler Finanzinstitutionen, Regierungen westlicher Industrieländer oder kommerzieller Großbanken.
  • Indopazifik: Die Logik der Eskalation
    Es klingt nach Routine: Die deutsche Fregatte ‚Bayern’ wird im Sommer dieses Jahres mehrere Monate im Indischen Ozean und im Pazifik kreuzen. Das Verteidigungsministerium betrachtet die Fahrt lediglich als ein „Zeichen“, Flagge zu zeigen wo Deutschlands „Werte und Interessen betroffen sind“. Doch dahinter steht eine grundlegende sicherheitspolitische Neuorientierung, ein geopolitischer Paradigmenwechsel.
  • Myanmar: Peking in der Klemme
    Nach dem Sturz der gewählten Regierung in Myanmar sitzt die chinesiche Regierung zwischen allen Stühlen: Zwischen der Armee, der Bewegung für zivilen Ungehorsam CDM, der NLD von Aung San Suu Kyi und ihrer gewählten Regierung, der internationalen Meinung. Für den Asienkorrespondenten Timothy McLaughlin ist sie denn auch„die größte Verliererin“, für andere ist sie zumindest „nicht glücklich mit dem Coup“.
  • Militarisierung: Abenteuerfahrt in den Pazifik
    Im kommenden Sommer wird die Fregatte ‚Bayern‘ in See stechen und mehrere Monate im Indischen Ozean und dem Pazifik kreuzen. „Die Bundesmarine soll helfen, Chinas Expansionsdrang zu bändigen“, titelte das Handelsblatt. Etwas zurückhaltender twitterte das Verteidigungsministerium, die Entsendung des Kriegsschiffes sei ein „Zeichen“, dort Flagge zu zeigen, wo Deutschlands „Werte und Interessen betroffen sind“
  • Pakistan: Bruderzwist
    „China and Pakistan fall out over Belt and Road frameworks“ titelte der japanische Wirtschaftsdienst ‚Nikkei Asia‘ und liest aus der Verschiebung des jährlichen bilateralen Gipfeltreffens das „most serious disagreement“ zwischen Peking und Islamabad heraus. Diese Meldung hat vermutlich hoffnungsvolle Erwartungen in New Delhi ausgelöst. Indische Schadenfreude wäre verständlich.
  • Myanmar: Baustellen abseits der Seidenstraße
    In der zweiten Januarwoche machte Chinas Außenminister Wang Yi zur Pflege der Nachbarschaftsbeziehungen in Myanmar Station, zwölf Monate nach einem Staatsbesuch von Präsident Xi Jinping. Obwohl damals keine größeren neuen Projekte vereinbart wurden, wurde der Besuch von beiden Seiten als „neue Ära“ der Beziehung gehyped – große Worte gehören bekanntlich zur Grundausstattung von Staatsbesuchen.
  • Äthiopien: Gefährdeter Brückenkopf
    Äthiopien wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Die Bahnverbindung zwischen Dschibuti am Roten Meer und Addis Abeba, errichtet mit chinesischem Kredit und durch chinesische Firmen, verschafft dem Binnenland einen Anschluss an die „Maritime Seidenstraße“. Doch eine Eskalation des Konflikts wäre für Beijings Afrikapläne schlecht.
  • Reglobalisierung auf chinesisch
    Beim »Belt & Road Forum on International Cooperation« Mitte Mai 2017 in Peking versprach Staats- und Parteichef Xi Jinping ein »neues Goldenes Zeitalter der Globalisierung«, das durch die Initiative angeschoben werde. Zur Lösung der multiplen Krise, die 2007/08 begann, würde China der Welt »Gemeinschaftsgüter« wie Transportinfrastruktur, Energieversorgung und Telekommunikation »zur Verfügung stellen«.
  • Review: Checkpoints auf den Seidenstraßen
    BRI stellt für zivilgesellschaftliche Entwicklungsorganisationen, für soziale Bewegungen und Umweltschützer eine gewaltige Herausforderung dar. Sie stehen vor der neuen Aufgabe, mit diesem massiven Milliardenprogramm, mit Chinas wachsender Bedeutung und selbstbewusstem Auftreten umzugehen. Viele kennen kennen aus langjähriger Erfahrung die Risiken und Nebenwirkungen von Großprojekten und mangelnder Transparenz und Beteiligung für Mensch und Umwelt. Und sind dementsprechend alarmiert.
  • Xi Jinpings Aushängeschild
    Weltweit war das Rätselraten im Frühjahr 2020 groß, wie es angesichts einer globalen Pandemie mit dem ambitionierten chinesischen Infrastruktur- und Investitionsprogramm weitergeht. Unstrittig scheint, dass die Belt and Road Initiative (BRI), auch Neue Seidenstraßen genannt, heftig mit dem Virus infiziert wurde. Doch Corona hat nur Probleme verschärft, die bereits vorher bestanden. Wenn BRI tatsächlich dahinsiechen sollte, hätte das für Chinas Wirtschaft und Innenpolitik schwerwiegende Konsequenzen.
  • RCEP: „Blut, Schweiß und Tränen “
    Mit RCEP unterzeichneten Mitte November 2020 fünfzehn asiatisch-pazifische Länder ein Freihandelsabkommen der Superlative: Ein Wirtschaftsraum mit 2,2 Milliarden Menschen und rund einem Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung. Mit China, Japan und Südkorea sind drei der vier führenden Volkswirtschaften Asiens erstmals gemeinsam beteiligt.
  • Highway oder Sackgasse?
    Mit dem Bau der Neuen Seidenstraßen versprach China unter anderem einen weltweiten Schub für die Entwicklung vieler ­ärmerer Länder – die einzelnen Projekte aber stützen vor ­allem die wirtschaftlichen Interessen des «Reiches der Mitte». Viele der ­Projekte greifen massiv in die Natur ein und in die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Oder sie tragen zur Klimakrise bei.
  • Lieferketten: Ein Konkurrent als Ausrede
    China verletzt in seinen globalen Lieferketten die Menschenrechte und nimmt Umweltzerstörung in Kauf. Stimmt. Doch dies darf für westliche Unternehmen und Regierungen kein Grund sein, von eigenen Verfehlungen abzulenken. Besser wäre es, China aktiv in die Entwicklung von verbindlichen Standards einzubeziehen. Vor allem im Umweltbereich hat sich in China zudem bereits einiges getan. Ein Gastbeitrag von Merle Groneweg
  • Menschenrechts-Dilemma
    Am 13. Oktober diesen Jahres wurde China erneut in den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen gewählt wurde, dessen Mitglieder sich verpflichten, die Menschenrechte zu fördern und zu schützen. Allerdings gab es dieses Mal 41 Stimmen weniger als bei der Abstimmung 2016. MenschenrechtsaktivistInnen sehen darin ein Zeichen, dass es mit Chinas Ansehen und internationaler Unterstützung bergab geht.
  • Proteste in Kirgistan und die Seidenstraßen
    Das zentralasiatische Kirgistan ist nicht gerade eine bedeutsame Säule der Belt&Road Initiative. Doch die aktuellen politischen Auseinandersetzungen, ausgelöst durch die Proteste gegen die Ergebnisse der Parlamentswahl am 4. Oktober 2020, werfen ein Schlaglicht darauf, wie verwundbar Chinas Prestigeprojekt BRI ist.
  • Ambitionen in Afrika
    Die Corona-Pandemie trägt dazu bei, die geopolitische Konfliktlage, in deren Zentrum die Konkurrenz zwischen China und den USA steht, zu verschärfen und neu zu konfigurieren. Verbündete sucht China besonders unter Ländern des Globalen Südens. Und es sieht so aus, als ob Peking in Afrika dafür durchaus gute Karten hat, trotz der durchwachsenen Erfahrungen mit seiner bisherigen Rolle.
  • Machtpolitik mit Maske
    Die Meldungen klingen dramatisch: Zwei hochgerüstete Atommächte gehen Mitte Juni 2020 in einer unwirtlichen Grenzregion im Himalaja aufeinander los – wenn auch recht archaisch mit Knüppeln und Steinen. Bereits seit einiger Zeit werden vermehrt ähnliche Zusammenstöße zwischen chinesischem und indischem Militär gemeldet, unter anderem 2017 im Länderdreieck mit Bhutan.
  • Chinas weicher Unterleib
    Zuhause mag Chinas Präsident Xi Jinping der starke Mann sein. Unter seiner Führung haben Regierung und Zentralkomitee die internen Fraktionen in der Kommunistischen Partei Chinas und eigenwillige Provinzchefs, Unmut in der Bevölkerung und die vielfältigen wirtschaftlichen Probleme anscheinend einigermaßen unter Kontrolle. Doch keine Frage: Corona hat auch China gebeutelt.
  • Chinas Tchernobyl?
    Die Corona-Krise könnte »Chinas Tschernobyl« sein, orakelte ein Kommentator in der Zeitschrift ‚The Diplomat‘. Bricht China also bald auseinander – so wie die Sowjetunion fünf Jahre nach der Atomkatastrophe in der Ukraine am Ende war? Tatsächlich ist die Corona-Krise für die Regierung in Peking eine Herausforderung. Sie gefährdet ihre Ambitionen, die Volksrepublik bis 2049, ihrem 100. Gründungsjubiläum, zu einer vollumfänglichen Großmacht zu machen.
  • Coronavirus infiziert auch BRI
    Die Lieferung von medizinischer Ausrüstung und die Entsendung von Ärzt*innen nach Italien nutzte Chinas Präsident Xi Jinping Mitte März 2020, um die mit der Weltgesundheitsorganisation WHO vereinbarte enge Zusammenarbeit an einer „Seidenstraße der Gesundheit“ öffentlichkeitswirksam ins mediale Scheinwerferlicht zu bringen. Beijing kann positive Nachrichten gebrauchen, wird die Covid-19-Krise doch von US-Präsident Donald Trump und anderen genutzt, um Chinas internationales Ansehen auszuhöhlen.
  • Ostwind gegen Westwind
    Im Herbst 2013 skizzierte Xi Jinping in zwei Reden in Kasachstan und Indonesien die Landkarte der ‚Neuen Seidenstraßen‘ – zu Land und zu Wasser. Die Ankündigungen, die Welt infrastrukturell aufzurollen, ließ die China-Watcher, vor allem in den westlichen kapitalistischen Ländern, zu neuer Hochform bei der Interpretation der Absichten Pekings auflaufen.
  • Im Hinterhof der USA
    Lateinamerika wird von Staatspräsident Xi Jinping als „natürliche Verlängerung“ der Maritimen Seidenstraße und als „unverzichtbarer Teilnehmer“ am Bau der Belt&Road Initiative umworben. Das milliardenschwere Investitionsprogramm zielt damit nach Europas südlicher und östlicher Peripherie auch auf den „Hinterhof“ der USA.
  • Innen hui, außen pfui
    Mit der Ankündigung beim Klimagipfel in Paris 2015, bis spätestens 2030 den Scheitelpunkt der CO2-Emissionen zu erreichen, wurde die Volksrepublik China zu einem Hoffnungsträger im Kampf gegen den Treibhauseffekt. Beim 19. Parteitag der Kommunistischen Partei im Oktober 2017 bekräftigte Staats- und Parteichef Xi Jinping das Ziel, „Beteiligter, Mitwirkender und Fackelträger in einem globalen Streben nach einer ökologischen Zivilisation“ zu sein. Vom braunen Saulus, auf den man im Westen mit dem Finger zeigen konnte, um von eigener Untätigkeit abzulenken, wurde China zum grünen Paulus.
  • China gegen Indien
    Bis in die frühen 1960er Jahre waren Indien und China als führende Mitglieder der Blockfreien-Bewegung enge Verbündete in der postkolonialen Weltordnung. Doch die Völkerfreundschaft fand ein abruptes Ende, als im Herbst 1962 die chinesische Armee auf umstrittene Gebiete im östlichen und westlichen Himalaja vorstieß und Indiens Militär eine schmachvolle Niederlage beibrachte. Immer wieder kommt es zu Provokationen und Scharmützeln wie im Sommer 2017 im Dreiländereck mit Bhutan. Sie machen deutlich: Indien und China konkurrieren um wirtschaftliche und politische Vormachtstellung und schrecken dabei nicht vor militärischen Drohgebärden zurück.
  • Neue Märkte erobern
    Die Übernahme des griechischen Hafens Piräus durch die staatliche China Ocean Shipping Company, COSCO, hat bislang vor allem in der Diskussion über den Ausverkauf von Griechenlands Tafelsilber durch erzwungene Privatisierung Aufmerksamkeit erhalten. Doch der chinesische Schachzug ist auch ein zentraler Baustein im Rahmen einer weltweiten Strategie: Der maritimen Seidenstraße.
  • Auf Kollisionskurs auf der Seidenstraße?
    Die chinesische Infrastruktur-Initiative ‚Neue Seidenstraßen’ stößt in Indien auf verbreitete Ablehnung, besonders bei der Zentralregierung und den Militärs. Befürchtet wird der wachsende Einfluss Pekings in der Region und damit eine Schwächung des eigenen Anspruchs als regionale Vormacht. Das lässt eine Zusammenarbeit nahezu unmöglich erscheinen und macht Indien zu einem gefährlichen Stolperstein für das Megaprojekt.
  • Auf dem Weg zum Wirtschaftsimperium
    Vor zwanzig Jahren entwarf der einflussreiche US-amerikanische Politikwissenschaftler Zbigniew Brzezinski die Vision einer „Transeurasischen Sicherheitsarchitektur“ entlang einer neuen Seidenstraße aus Pipeline- und Handelsrouten, Wirtschaftsniederlassungen, Militärbasen und prowestlich regierten Ländern. Ausgerechnet die Wirtschaftsmacht China verwirklicht diese Idee nun und rollt Eurasien von der anderen Seite, von Osten her, auf.

Uwe Hoering

Als Politikwissenschaftler und Autor arbeite ich seit Anfang der 1980er Jahre zu Entwicklungsthemen, zunächst von New Delhi aus über Südasien. Ende der 1980er Jahre war ich zwei Jahre Ostafrika-Korrespondent in Nairobi. Die UN-Konferenz Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro erweiterte meinen Arbeitsbereich um Umwelthemen wie biologische Vielfalt, Wasser und Desertifikation, aber auch um die Rolle internationaler Finanzinstitutionen wie die Weltbank für die Entwicklung der Länder des Südens. Weitere Schwerpunkte waren oder sind globale Veränderungen im Agrarbereich, besonders in Afrika, und die Rolle verschiedener Akteure wie die globale Agrarindustrie, internationale Institutionen, China, die UN-Ernährungsorganisation FAO, nichtstaatliche Organisationen und Bauernbewegungen. Regionale Schwerpunkte sind Afrika südlich der Sahara und Asien. Recherche-Reisen haben mich in viele Länder Asiens und Afrikas und in einige Länder in Lateinamerika geführt. Unter anderem betreibe ich gegenwärtig die Informations-Website Globe-spotting:

This website is a mirror of my work in the past years. It covers articles, features and analytical papers covering a wide range of topics, countries and problems (see Publications), with some issues coming up frequently:
+ agriculture, and especially the debates around a New Green Revolution in Africa,
+ water issues, in particular privatisation policies promoted by institutions like the  World Bank,
+ food and agriculture in China, and
+ ‚Fish & ribs‚: developments in the livestock industries and fisheries.

My book „Der Lange Marsch 2.0. Chinas Neue Seidenstraßen als Entwicklungsmodell“, published in summer 2018 (VSA-Verlag), provides an introduction to the complex and controversial discussions about the strategies China’s government is pursuing with BRI and beyond. An updated English translation is now also available („China’s Long March 2.0“).

Blogroll

Arbeitskämpfe entlang der Seidenstraßen

Forum Arbeitswelten: Chinesische Investitionen, Konflikte um Lohnzahlungen, Arbeits- und Umweltstandards und geopolitische Interessen.

Mapping of Global China

The People’s Map of China: „An attempt to trace Global China reflecting the experiences of  the people most affected by its emergence. It tracks China’s international activities by engaging an equally global civil society. Using an online ‘map’ format, we collaborate with nongovernmental organisations, journalists, trade unions, academics, and the public at large to provide updated and updatable information on various dimensions of Global China in their localities.“

Subscription of Monthly Digest

BRI: Deal or Steal?

Global Voices: „While the Belt and Road Initiative plays out across all continents, local societies and communities hold differing perceptions of its benefits and potential harms. Working with local researchers and writers in a dozen countries, we explore the ways China advances narratives that bolster its drive for global power, and how local perspectives either support or counter China’s ambitions.“

Belt and Road Podcast

The Belt and Road Podcast: „A podcast that covers the latest news, research and analysis of China’s growing presence in the developing world.“

Paw and/or Claw

Panda Paw Dragon Claw: „This blog is started by those who aspire to tell a better story about China’s involvement beyond its borders. We are journalists, campaigners, analysts, scholars and practitioners with years of experience navigating Chinese politics, bureaucracy, finance and their ramifications overseas.“

Opportunities and risks

RLS Dossier: The New Silk Roads: „Long-established as an economic powerhouse, the country along these New Silk Roads is also making a name for itself as a player in development policy. Many observers are already speaking of an alternative era of globalization. The West, however, remains skeptical. Reason enough to take a closer look at both the opportunities as well as the risks.“

Silk Road Headlines

Die Silk Road Headlines sind zwar kein Blog im engeren Sinne, aber die wöchentliche Zusammenstellung des Clingendael Institute (Niederlande) von Artikeln und Studien, die überwiegend frei zugänglich sind, ist eine gute Informationsquelle.

Lateinamerika – China

Diálogo Chino is the only independent journalism platform dedicated to better understanding the China-Latin America relationship and its sustainable development challenges.“ Diálogo Chino