Seidenstraßen, Geopolitik und der Globale Süden – Deutsch

Die 2013 angekündigte und mittlerweile auf fast die ganze Welt ausgedehnte Belt&Road Initiative (BRI) ist ein wesentlicher Pfeiler für Chinas Ambition, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch eine globale Großmacht zu werden. Es spielt daher eine zentrale Rolle bei der eskalierenden Konfrontation mit den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union.

Mein Buch „Der Lange Marsch 2.0. Chinas Neue Seidenstraßen als Entwicklungsmodell“, erschienen im Sommer 2018 (VSA-Verlag), führt in die komplexe und kontroverse Diskussion um die Strategie der chinesischen Regierung mit BRI und darüber hinaus ein. Eine aktualisierte englische Übersetzung ist jetzt ebenfalls verfügbar („Chinas long March 2.0„).

Seitdem habe ich zahlreiche andere Artikel geschrieben, die in diesem Blog veröffentlicht werden, ergänzt durch Gastbeiträge. Sie konzentrieren sich hauptsächlich auf die Schnittstellen zwischen Chinas wirtschaftlicher und politischer Expansion, seinen geopolitischen Auswirkungen und den Folgen für die Länder des globalen Südens – zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und politischen Abhängigkeiten.

Uwe Hoering

Neueste Beiträge

  • Kohleausstieg ‚par ordre de mufti‘
    Präsident Xi Jinpings Ankündigung bei der UN-Generalversammlung im September, dass China zukünftig im Ausland keine neuen Kohlekraftwerke mehr bauen wird, hat der internationalen Klimagemeinde neue Hoffnungen auf einen beschleunigten Abbau der CO2-Emissionen weltweit gegeben, ähnlich wie die Fata Morgana einer Oase den dürstenden Wanderern in der Sahara. Für eine echte Energiewende in der Ländern des Globalen Südens ist das allerdings nur ein – wenn auch wichtiges – Puzzleteil.
  • Newsletter August 2021
    Blog post: Arbeitskämpfe als Risiko; Nachrichten: Mehr „grün“ für Belt & Road; Pekings Menschenrechts-Offensive; Hinweis: Auslandsinvestitionen und Menschenrechte; Ablehnung von BRI gefährdet Nachhaltigkeit.
  • Risiko Arbeitskämpfe
    „Wer baute das siebentorige Theben?“ lässt Bertold Brecht einen lesenden Arbeiter fragen, „in den Büchern stehen die Namen von Königen.“ Bei den Seidenstraßen werden immerhin chinesische Arbeiter erwähnt, allerdings zumeist mit dem Zusatz, sie würden Einheimischen die Arbeitsplätze streitig machen. Arbeitsbedingungen und Gewerkschaftsrechte spielen in der Debatte über chinesische Projekte und Unternehmen dagegen kaum eine Rolle. Doch hier gibt es Risiken, die das Projekt BRI gefährden können.
  • Newsletter Juli 2021
    Inhalt: Pekings Optionen in Afghanistan: ‚From free rider to train driver?‘; Gastbeitrag von Ying Wang über chinesische NGOs ‚Going global’; Hinweis: The People’s Map of Global China; Hinweis: Kämpfe entlang der Neuen Seidenstraßen; Nachrichten: Wer finanziert Kohlekraftwerke? Studie: The Impact of the Belt and Road Initiative on Conflict States.
  • Vom Trittbrettfahrer zum Lokführer?
    Der Truppenabzug der USA, die Eskalation der Gewalt und die Aussicht auf eine Herrschaft der Taliban haben hektische diplomatischen Aktivitäten der Nachbarländer ausgelöst. Darunter sind regionale Schwergewichte wie Indien, Pakistan und Iran, Russland und China. Angeheizt werden ebenso viele Spekulationen, wie sich die neue, noch unklare Situation entwickeln könnte. Denn durch den Rückzug wird das Land zum Epizentrum für regionale Machtkämpfe.
  • China wird grün – aber wie?
    Könnte China ein grünes Vorzeigemodell sein? Die Stimmen, die China als Vorbild für die Lösung ökologischer Krisen, allen voran der Klimakrise, hochhalten, mehren sich. Zudem beansprucht die Regierung, mit dem Konzept der ‚ökologischen Zivilisation’ Vorreiter für eine neue Ära zu sein. Zugleich scheint Pekings „autoritäre Umweltpolitik“ erfolgreicher als demokratische Verhältnisse.

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